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Nagelpilz: Behandlung

Die Behandlung von Nagelpilz ist wichtig – schließlich heilt die Infektion nicht von alleine und kann den gesamten Nagel zerstören bzw. sich auf andere Nägel oder die Haut ausbreiten. Wichtig: Nagelpilz ist ansteckend! Auch deshalb sollte eine Infektion möglichst umgehend behandelt werden. Für die Therapie stehen sowohl äußerlich als auch innerlich anzuwendende Pilzmittel (Antimykotika) zur Verfügung. Grundsätzlich gilt: Bei der Behandlung von Nagelpilz ist Geduld gefragt.

Nagelpilz: Behandlung

Medizinischer Nagellack dient der lokalen Behandlung von Nagelpilz.

Nagelpilz ist weit mehr als ein kosmetisches Problem. Bleibt eine zielgerichtete Therapie aus, droht eine Ausbreitung der Infektion auf weitere Nägel oder auf die Haut. Insofern sollte bei den ersten Anzeichen für Nagelpilz gehandelt werden.

Je früher die Nagelpilz-Behandlung eingeleitet wird, desto schneller führen die eingeleiteten Maßnahmen in der Regel zum Erfolg. Eine nachhaltige Behandlung des Nagelpilzes kann aber durchaus mehrere Monate beanspruchen – denn so lange kann es dauern, bis der gesunde Nagel vollständig nachgewachsen ist.

Hilfe bei Nagelpilz

Was hilft bei Nagelpilz? Grundsätzlich stehen folgende Therapieoptionen zur Verfügung:

  • Lokale Nagelpilz-Therapie (z. B. medizinischer Nagellack, Salben, Cremes, Tinkturen)
  • Systemische Nagelpilz-Therapie (Tabletten, Kapseln)

Welche Therapieform zum Einsatz kommt, richtet sich unter anderem nach der Ausdehnung des Pilzbefalls. Als Faustregel gilt: Sind mehr als 50 % der Nagelfläche oder die Nagelmatrix oder mehr als 2 Nägel infiziert, sollte auf eine systemische Therapie zurückgegriffen werden.

Da Kombinationstherapien aus Tabletten/ Kapseln und lokalen Antimykotika erfolgreicher sind als eine alleinige systemische Therapie, sollte zusätzlich zur Einnahme von Mitteln gegen Nagelpilz ein medizinischer Nagellack angewendet werden.

Lokal wirksame Mittel gegen Nagelpilz (Lokale Therapie)

Äußerlich anzuwendende, lokal wirksame Arzneimittel gegen Nagelpilz sind in der Regel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Dazu zählen:

  • Cremes
  • Salben
  • Lösungen
  • Medizinischer Nagellack

Unter den genannten Darreichungsformen bringt insbesondere der medizinische Nagellack gegen Nagelpilz bestimmte Vorteile mit sich:

  • Trocknet schnell
  • Dient als Wirkstoffreservoir, aus dem der Wirkstoff gleichmäßig in die Nagelplatte eindringen kann

Medizinischer Nagellack bei Nagelpilz – worauf kommt es an?

Medizinischer Nagellack hat sich bei Nagelpilz vielfach bewährt und steht auf Basis unterschiedlicher Wirkstoffe (z. B. Ciclopirox, Amorolfin, Bifonazol) mit jeweils eigenen Wirkmechanismen zur Verfügung. Der Wirkstoff Ciclopirox beispielsweise bildet reaktive Sauerstoffverbindungen, die für den Pilz eine toxische (abtötende) Wirkung besitzen. Dabei wirkt Ciclopirox gegen die wichtigsten Pilzerreger.1

Neben dem richtigen Wirkstoff sollte bei der Auswahl des medizinischen Nagellacks auch auf eine möglichst einfache Anwendung geachtet werden – schließlich beträgt die Behandlungsdauer in der Regel mehrere Monate und erfordert eine konsequente Durchführung.

Während manche Lacke täglich aufgetragen werden müssen, ist bei anderen Präparaten wie Ciclopirox Winthrop® Nagellack das Auftragen zunächst jeden zweiten Tag (im ersten Monat) und später sogar nur noch 1 x wöchentlich ausreichend! Darüber hinaus ist hier durch die spezielle Lackgrundlage nach Eintrocknen des Lacks das Händewaschen oder Duschen problemlos möglich und auch kosmetischer Nagellack kann über den medizinischen Lack aufgetragen werden.

Grundsätzlich gilt vor dem Auftragen eines medizinischen Nagellacks: Entfernen Sie mit Feile oder Schere so viel infiziertes Nagelmaterial wie möglich! So kann der Wirkstoff besser eindringen und erreicht die Erreger in dem verdickten Nagel.

Unterstützend können für eine bessere Feuchtigkeitsversorgung des Nagels Kosmetika mit Milchsäure oder Harnstoff angewendet werden – diese Maßnahmen sind allerdings auf keinen Fall als Ersatz für eine Behandlung mit lokalen Antimykotika zu sehen.

Innerlich anzuwendende Mittel gegen Nagelpilz (systemische Therapie)

Eine systemische Therapie mit oralen Antimykotika wie Tabletten oder Kapseln ist insbesondere bei ausgedehntem Pilzbefall angezeigt. Die Medikamente werden durch den Arzt verordnet und von der Krankenkasse erstattet.

Die enthaltenen Wirkstoffe (z. B. Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol) werden über den Blutkreislauf aufgenommen und gelangen so an den erkrankten Nagel.

Wichtig: Innerlich angewendete Mittel gegen Nagelpilz können mit Nebenwirkungen verbunden sein und sollten daher tatsächlich erst angewendet werden, wenn die Infektion fortgeschritten ist.

In diesem Fall sollte zusätzlich die Anwendung von medizinischem Nagellack erfolgen – die kombinierte Therapie von Terbinafin (in Tabletten gegen Nagelpilz) und Wirkstoffen zur lokalen Behandlung brachte in Studien überzeugende Ergebnisse und wird auch in der Leitlinie zur Behandlung von Nagelpilz3 hervorgehoben.

Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker.

Ohne Geduld geht es nicht

Eine Nagelpilz-Behandlung ist nicht von heute auf morgen abgeschlossen. Schließlich benötigt ein Nagel mehrere Monate, bis er gesund nachgewachsen ist.

Führen Sie die Behandlung konsequent durch und brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab – sonst droht die Gefahr eines Rückfalls.

Tipp: Bis erste Behandlungserfolge sichtbar werden, können mehrere Wochen vergehen. Lassen Sie sich nicht entmutigen und bleiben Sie am Ball!